Geschichte

Entstehung des ersten RBG-bedienten Hochregallager-SILOs in der noch heute üblichen Bauweise:

Voraussetzung für den Bau von Silo-Hochregalanlagen ist der Einsatz speziell auf den Bedarfsfall hin gewalzter und verarbeiteter Kaltprofile. Die in dieser Zeit in Deutschland üblichen Warmprofile waren sowohl wegen des Gewichtes, der nicht geeigneten Toleranzen wie auch von der Konstruktionsform her für den Hochregalbau ungeeignet.

KOCHER wurde Anfang 1968 nach langer Suche auf dem europäischen Markt fündig. Ein Kaltwalzer war bereit, die speziell nach der statischen Berechnung und der Konstruktionsform erforderlichen Profile zu walzen und zu verarbeiten. Die Basis für die Profile wurde das bandverzinkte Warmband. Fremd in Deutschland war der Einsatz von kalt gewalzten Profilen für die Erstellung baulicher Gewerke. In Kleinstarbeit und über viele Versuche wurden Prüfstatiker von der Konstruktionsweise überzeugt, um eine Prüfung überhaupt durchzubekommen. Die Automatisierung von Hochregalanlagen – der erste Hochregalsilo wurde bereits über Lochkarten automatisch gesteuert – erforderte die Erstellung der Anlagen in einem bis dahin für die Profilbearbeitung unbekannten engen Toleranzbereich. Die Entwicklung einer speziellen Nivellierverankerung wurde erforderlich, um die Ungenauigkeiten der Bodenplatte auszugleichen.

Über mit Gewindestangen versehene Spreizanker bzw. Hammerkopfschrauben wurde das Ziel erreicht. Die Regalfußplatten wurden auf exakt ausnivellierten Stellschrauben aufgesetzt und nach dem Setzen über Kontermuttern festgezogen. Der entstandene Raum zwischen Fußplatte und Bodenplatte wurde mit einem nicht schwindenden Mörtel untergossen, der für diesen Zweck ebenfalls entwickelt werden musste. Die neue Bautechnik erforderte noch viele andere technische Detaillösungen, an deren Entwicklung Kocher von Anfang an maßgeblich beteiligt war. Beispielsweise musste eine problemlose Führung des Rohrnetzes der Sprinkleranlage gegeben sein. Freie Fahrt für die Sprinklerrohre hieß das Abhängen der Längsauflagen und nicht das Draufsetzen auf die Horizontalstäbe. Dies ist bis heute einer der konstruktiven Vorteile, die Kocher im Laufe der Jahre nach und nach entwickelte.